Holzfenster massgefertigt für Altbau: Warum die Bestandsmasse zählen
Massgefertigte Holzfenster für den Altbau richten sich nach dem gewachsenen Mauerwerk, nicht nach dem Katalogmass. Wir erklären, welche Masse zählen, wie der Ablauf läuft und wann sich die Arbeit lohnt.

Massgefertigte Holzfenster für den Altbau werden nach der gewachsenen Öffnung gebaut, nicht nach einem Katalogmass: Aufmass vor Ort, Bestandsholz und Anschlag bilden die Grundlage, danach folgen Planung, Fertigung im Atelier und Montage. Wer heute ein Fenster bestellt, entscheidet damit nicht nur über Profile und Verglasung, sondern über einen Eingriff in die Fassade, den man zehn Jahre später noch sieht. Genau deshalb lohnt sich bei Altbauten Schreinerarbeit aus dem eigenen Atelier statt Standardware: Nur so passen Proportionen, Anschlag und Bestand wirklich zusammen.
Worum es bei Fenstern im Altbau wirklich geht
Massgefertigt heisst hier: Das Fenster entsteht aus dem gemessenen Bestand, nicht aus einem genormten Raster. Ein Altbau liefert keine einheitlichen Öffnungen. Das Mauerwerk hat sich über Jahrzehnte gesetzt, Anschläge wurden mehrfach überarbeitet, und zwei Fenster im selben Zimmer weichen oft um Zentimeter voneinander ab. Wer dort mit Standardmassen arbeitet, füllt die Differenz mit Bauschaum und Blendrahmen.
Das unterscheidet die Arbeit von der Sanierung eines Nachkriegsbaus, wo Rastermasse tatsächlich greifen. Im Altbau gilt der Bestand als Vorgabe, und die Konstruktion folgt ihm.
Angesprochen sind Eigentümerinnen und Eigentümer von Häusern, in denen Fenster zum denkmalpflegerischen oder optischen Bestand gehören, dazu Betriebe und Verwaltungen, die eine Liegenschaft mit uneinheitlichen Öffnungen unterhalten. Wenn in Ihrem Haus mehrere Anliegen zusammenkommen, etwa Schränke und Küche, planen wir das gemeinsam: siehe individuelle Holzmöbel und Fenster nach Mass.
Wie ein Fenster entsteht, das in die Öffnung passt
Drei Werte entscheiden über die Passform, und alle drei stehen vor der Fertigung fest. Das Aufmass erfasst Öffnungsbreite und -höhe an mehreren Stellen, dazu die Diagonalen. Weichen die Diagonalen voneinander ab, ist die Öffnung windschief, und der Rahmen muss diese Abweichung aufnehmen, ohne dass das Fenster später klemmt.
Bestandsholz meint den vorgefundenen Zustand: Ist der alte Rahmen noch tragfähig, lässt sich der Flügel neu aufbauen. Ist er es nicht, wird der Rahmen mit ersetzt. Diese Entscheidung fällt beim Aufmass und nicht am Telefon.
Der Anschlag ist der Punkt, an dem das Fenster im Mauerwerk sitzt. Im Altbau liegt er häufig nicht in einer Flucht, sondern folgt der ursprünglichen Konstruktion. Wird der Anschlag verschoben, verändert sich das gesamte Erscheinungsbild der Fassade.
Dazu kommt die Materialwahl. Wo der Bestand Eiche oder Lärche zeigt, sollte das neue Holz dazu passen, weil sich unterschiedliche Hölzer über die Jahre unterschiedlich verfärben. Das betrifft auch angrenzende Arbeiten, etwa einen Garderobenschrank, der im gleichen Haus aus dem gleichen Holz gefertigt wird.
Der Ablauf von der Beratung bis zur Montage
Am Anfang steht ein Gespräch, in dem es um Bestand, Nutzung und Budgetrahmen geht. Danach folgt der Aufmass vor Ort, dann die Planung, dann die Fertigung, dann die Montage. Für den Einbau beschreibt CABINET genau diese Reihenfolge als Beratungsgespräch, Aufmass vor Ort, 3D-Planung, Fertigung in der Manufaktur und professionelle Montage (CABINET Schranksysteme AG).
- Beim Ortstermin werden Öffnungen, Anschläge, Mauerwerk und vorhandene Beschläge aufgenommen und fotografisch dokumentiert.
- Aus den Aufmasswerten entsteht die Planung mit Profilquerschnitt, Teilung, Öffnungsrichtung und Anschlussdetail an der Laibung.
- Vor der Fertigung prüfen Sie die Planung und bestätigen Masse, Holz und Oberfläche.
- In der Werkstatt entstehen Rahmen, Flügel und Beschläge als Einzelteile, abgestimmt auf die jeweilige Öffnung.
- Die Montage setzt die Fenster ein, richtet sie aus und schliesst den Übergang zum Mauerwerk sauber ab.
Zwischen Schritt zwei und drei liegt der Moment, in dem sich Fehler am günstigsten korrigieren lassen, weil noch kein Holz zugeschnitten ist.
Woran Sie Anbieter und Angebote prüfen
Ein Angebot für Altbaufenster lässt sich an wenigen Punkten beurteilen. Der wichtigste steht selten im Preisblock.
- Steht im Angebot ein Aufmass vor Ort, oder wird nach Kundenmassen ab Werk gerechnet?
- Sind Öffnungsrichtung, Anschlag und Teilung einzeln pro Fenster aufgeführt, oder gibt es eine Sammelposition?
- Wird das Holz benannt, inklusive Herkunft und Oberflächenbehandlung?
- Wie wird der Anschluss an die Laibung beschrieben: mit Dichtband, mit Anputz, mit Blendrahmen?
- Enthält das Angebot Montage und Entsorgung der alten Flügel, oder sind das Nachträge?
Bei einem Online-Konfigurator übernehmen Sie das Aufmass selbst. Das kann bei einem Neubau mit geraden Öffnungen funktionieren; im Altbau tragen Sie dann das Risiko der windschiefen Öffnung allein. Rechnen Sie beim Vergleich nicht nur die Fensterfläche, sondern die gesamte Position inklusive Anschluss und Montage.
Wo Planung und Ausführung danebengreifen
Ein häufiger Fehler liegt darin, den Bestand zu glätten. Wer schiefe Öffnungen mit Putz und Ausgleichsrahmen begradigt, gewinnt ein sauberes Raster und verliert den Charakter des Hauses. Später sieht man an der Fassade, dass etwas nicht stimmt, und die Ursache liegt nicht am Fenster, sondern am Versuch, den Altbau wie einen Neubau zu behandeln.
Unterschätzt wird auch der Anschlag. Ein um wenige Zentimeter nach innen versetzter Anschlag bringt mehr Dämmtiefe und verändert gleichzeitig die Proportion der Fassade. Diese Entscheidung gehört ins Gespräch vor der Fertigung, nicht in die Montagewoche.
Ein weiterer Punkt betrifft die Mischung. Wer im Erdgeschoss neue Fenster setzt und im Obergeschoss die alten Flügel behält, muss die Übergänge gestalten, sonst wirkt das Haus zweigeteilt. Wer schrittweise saniert, sollte die Teilung und die Profilbreite deshalb über alle Etappen gleich halten.
Und dann ist da die Terminfrage. Altbaufenster werden im Winter montiert, wenn es schnell gehen muss, dabei braucht gerade der Anschluss an die Laibung Ruhe und trockenes Wetter. Wer im Herbst bestellt, hat im Frühjahr mehr Spielraum für die Ausführung.
Wann Sie handeln sollten und wann nicht
Sanieren Sie, wenn Zugluft dauerhaft bleibt, wenn der Rahmen beim Drücken nachgibt oder wenn Wasser an der Laibung Spuren hinterlässt. Diese Signale sagen, dass der Bestand die Funktion nicht mehr trägt, und dann ist Massarbeit die richtige Antwort. Auch bei einer Gesamtsanierung mit neuen Leitungen und neuem Innenausbau ist der Moment günstig, weil die Fenster ohnehin ausgebaut werden.
Abwarten können Sie, wenn die Fenster dicht schliessen und nur die Optik stört. Eine Oberflächenauffrischung kostet einen Bruchteil, und die Passform bleibt unangetastet. Ebenso, wenn die Öffnungen Ihres Hauses tatsächlich einheitlich und rechtwinklig sind: Dann ist der Aufwand für Sonderanfertigungen kleiner, als viele annehmen.
Die Entscheidung ist also keine Grundsatzfrage, sondern eine Frage des Bestands. Prüfen Sie Öffnungen, Anschlag und Holz, und Sie wissen, auf welcher Seite Sie stehen.
Wie wir in Basel arbeiten
Wir sind Ihr Spezialist für hochwertige Holzarbeiten und massgeschneiderte Inneneinrichtungen. Unser Atelier fertigt exklusive Möbel, Küchen und Garderobenschränke nach Mass, mit Präzision und erstklassigen Materialien, und überträgt dieselbe Arbeitsweise auf Fenster im Altbau.
Wir beraten Sie persönlich in Basel und realisieren Möbel, Küchen und mehr in der ganzen Deutschschweiz. Jede Realisierung ist ein Unikat, das auf Ihre Wünsche und Räume abgestimmt ist; vom Aufmass bis zur Montage bleibt die Ausführung in einer Hand.
Wenn Ihre Anlage klein ist, ein einzelnes Fenster in einem ansonsten dichten Bestand, ist eine seriennahe Lösung oft die vernünftigere Wahl. Für gewachsene Öffnungen mit uneinheitlichen Massen und sichtbarem Anschlag ist die Arbeit aus dem Atelier der passende Weg.
Am schnellsten klärt sich das in einem Termin vor Ort. Sie erreichen uns unter Kontakt für die Beratung in Basel, per E-Mail an info@schreinereibaseland.ch, telefonisch unter +41 77 985 58 92 oder schriftlich an Elsasserstrasse 254, 4056 Basel.
Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich, ob meine Fensteröffnungen für Standardmasse geeignet sind?
Messen Sie Höhe und Breite an mehreren Stellen der Öffnung und vergleichen Sie die beiden Diagonalen. Weichen die Werte deutlich voneinander ab oder unterscheiden sich zwei Fenster im selben Raum, ist die Öffnung gewachsen und nicht rechtwinklig. Dann führt eine Sonderanfertigung zum passenden Ergebnis, weil der Rahmen die Abweichung aufnehmen muss. Sind die Masse über alle Fenster hinweg gleich und gerade, greifen auch seriennahe Lösungen.
Was kostet ein Fenster nach Mass im Altbau?
Ein belastbarer Preis entsteht erst nach dem Aufmass, weil Öffnungsgrösse, Holzart, Teilung, Verglasung und Anschlussdetail den Aufwand bestimmen. Ein Quadratmeterpreis aus einer Preisliste verschleiert genau die Positionen, die im Altbau den Unterschied machen. Vergleichen Sie deshalb Angebote über die gesamte Position inklusive Aufmass, Fertigung, Montage und Entsorgung der alten Flügel, nicht über die reine Fensterfläche.
Muss ich für ein neues Fenster die ganze Fassade sanieren?
Nein. Sie können einzelne Fenster ersetzen und die übrigen zunächst belassen. Achten Sie dann darauf, dass Teilung, Profilbreite und Öffnungsrichtung über alle Etappen gleich bleiben, damit das Haus nicht zweigeteilt wirkt. Wer ohnehin neu verputzt oder dämmt, sollte den Fenstertausch in dieselbe Etappe legen, weil der Anschluss an die Laibung dann in einem Arbeitsgang sauber ausgeführt wird.
Wie lange dauert die Fertigung?
Die Dauer hängt von der Anzahl der Öffnungen und vom Aufwand für den Anschluss ab. Der Ablauf selbst ist fest: Beratung, Aufmass vor Ort, Planung mit Ihrer Freigabe, Fertigung und Montage. Den verbindlichen Terminplan nennen wir Ihnen nach dem Aufmass, wenn Umfang und Bestand feststehen. Planen Sie die Montage nach Möglichkeit in eine trockene Jahreszeit, weil der Anschluss an das Mauerwerk dann besser ausgeführt werden kann.
Quellen
- CABINET Schranksysteme AG
Die Planung beginnt mit einem Beratungsgespräch, anschließend nimmt ein Fachberater die Maße vor Ort auf, erstellt eine 3D‑Planung und bespricht Design & Ausstattung. Nach Freigabe wird der Schrank in der Manufaktur gefertigt und professionell montiert.
Quellen geprüft am 14. Oktober 2026.
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