Kosten Schreiner Einbauschrank: der Preis beginnt beim Aufmass

Sobald die Wand schief ist, eine Nische, ein Heizrohr oder ein Fenstersturz ins Spiel kommt, entscheidet nicht mehr der Korpuspreis über die Passform, sondern das Aufmass. Genau dort entstehen die Kosten, die auf keiner Preisliste stehen.

Vom Team von Schreinerei Baseland7 Min. Lesezeit

Die Kosten für einen Einbauschrank vom Schreiner ergeben sich aus Arbeitszeit, Material und dem Aufwand, den Ihre Wand vorgibt; Schweizer Schreinereien rechnen laut einem Ratgeber im Jahr 2026 durchschnittlich 80 bis 150 CHF pro Stunde local.ch. Ein fertiger Schrank aus dem Möbelhaus löst ein anderes Problem. Sobald die Wand schief ist, eine Nische, ein Heizrohr oder ein Fenstersturz ins Spiel kommt, entscheidet nicht mehr der Korpuspreis über die Passform, sondern das Aufmass. Genau dort entstehen die Kosten, die auf keiner Preisliste stehen.

Was der Preis in der Schweiz heute bedeutet

Der Stundenansatz ist der erste Orientierungspunkt und der einzige, den Sie vorab in Zahlen bekommen. Zwischen 80 und 150 CHF pro Arbeitsstunde liegt die Spanne, die ein Schweizer Ratgeber für Schreinereiarbeit im Jahr 2026 nennt local.ch. Ein zweiter Anbieter, Offrendo.ch, gibt für Schreiner in der Schweiz 90 bis 140 CHF pro Stunde als marktüblich an Offrendo.ch.

Diese Zahl erklärt aber nicht Ihre Offerte. Der Stundenansatz enthält Werkstattlohn, Maschinenstunden, Zuschnitt, den Weg zu Ihnen und die Zeit für ein zweites Nachjustieren an der Wand. Was darüber entscheidet, ob Ihr Schrank am Ende im mittleren oder oberen Bereich landet, sind drei Dinge: die Länge der Wand, der Zustand des Untergrunds und die Ausstattung.

Die zum Stundenlohn passende Lohnbasis ist öffentlich einsehbar. Der Gesamtarbeitsvertrag für das Schreinergewerbe nennt für gelernte Berufsarbeiter CHF 30.20 pro Stunde gav-service.ch. Der Medianlohn für Schreiner Möbel und Innenausbau liegt laut Lohnklar bei 6'172 Franken brutto im Monat Lohnklar. Zwischen diesen Löhnen und dem verrechneten Stundenansatz liegt alles, was eine Werkstatt am Laufen hält. Das ist keine versteckte Marge, sondern der Grund, warum die Stunde nicht zum Lohnpreis zu haben ist.

Warum eine Wand mehr Arbeit macht als ein Korpus

Korpusse aus Plattenmaterial sind schnell gebaut. Der Aufwand sitzt in der Front: in Türen mit exaktem Fugenbild, in Schubladen, die auf 280 Zentimeter Länge noch laufen, in Auszügen mit Gewichtsaufnahme. Ein raumhoher Schrank mit sechs Meter Front hat schnell einen zweistelligen Stundenwert allein in der Fassade, bevor die erste Platte zugeschnitten ist.

Dazu kommt der Untergrund. Eine einzige schiefe Wand kann Sie zwingen, die Seitenwangen an jeder Stelle unterschiedlich zu hinterfüttern. Bei einer Wandnische mit drei ungleichen Ecken wird der Korpus zur Passform, die vor Ort entsteht, nicht in der Planung. Und die Produktion selbst braucht Zeit: Für einen raumhohen Einbauschrank empfiehlt ein Schweizer Kostenratgeber 4 bis 10 Wochen zwischen Aufmass und Montage local.ch. Die untere Grenze gilt für Standardmasse mit glattem Untergrund, die obere für gewachsene Räume mit Bestandsanschlüssen.

Für die Küche gilt dieselbe Logik mit mehr Bewegungsteilen. Eine komplette Schreinerküche kostet laut einer Schweizer Offertplattform meist CHF 15'000 bis 50'000 BEST OFFERTEN. Diese Spanne umfasst den Schreineranteil; Geräte und der elektrische Anschluss kommen separat dazu und verschieben die Gesamtsumme deutlich nach oben. Wer die Küche mit Geräten durchrechnet, sollte beide Posten getrennt anschauen, weil nur einer davon in der Werkstatt entsteht.

Vom Aufmass zur montierten Front in sieben Schritten

  1. Sie schildern den Raum, die Nutzung und Ihre Vorstellungen per E-Mail oder Telefon, damit die Werkstatt den Aufwand vorab einschätzen kann.
  2. Vor Ort wird gemessen: Wände, Boden, Decke, Anschlüsse, Rohre, Steckdosen und jede Abweichung, die später hinter einer Front verschwinden soll.
  3. Aus Aufmass und Nutzung entsteht eine Planung mit Korpusmass, Aufteilung, Material und Ausstattung, die Sie prüfen und ändern.
  4. Auf dieser Basis wird offeriert, mit Positionen für Material, Arbeit und Montage statt einer Pauschalsumme.
  5. Nach Ihrer Freigabe gehen die Teile in die Werkstatt; Zuschnitt, Fräsen, Oberflächenbehandlung und Trocknungszeiten laufen nacheinander ab.
  6. Die Montage erfolgt im eingebauten Zustand, mit Anpassung an den tatsächlichen Untergrund und Justierung der Türen und Auszüge.
  7. Nach der Übergabe bleibt Zeit für die üblichen Nachstellungen, wenn sich Material und Raum aneinander gewöhnt haben.

Wo Kosten aus dem Ruder laufen

Der häufigste Kostentreiber ist die Änderung nach dem Aufmass. Wer die Aufteilung der Fächer, die Türenart oder das Material wechselt, sobald die Teile zugeschnitten sind, zahlt zweimal: für das verworfene Material und für die neue Arbeitszeit. Klären Sie Ausstattung und Aufteilung, bevor die Freigabe erteilt wird, und halten Sie spätere Änderungen auf Details wie Griffe oder Einlegeböden begrenzt.

Ein zweiter Fehler liegt in der Rückwand. Wird sie als billige Platte ausgeführt, wird der Schrank stabil genug, aber einsehbar und klappriger. Eine eingenutete Rückwand mit definierter Stärke kostet mehr Material und mehr Arbeitszeit und ist der Grund, warum ein Schrank nach Jahren noch gerade steht.

Unterschätzt wird der Stromanschluss. Beleuchtete Fächer, indirektes Licht, ein Kühlschrank oder ein Backofen in der Wand brauchen Planung vor dem Zuschnitt. Wer den Elektriker erst nach der Montage ruft, zahlt doppelt, weil die Fronten wieder geöffnet werden müssen.

Auch der Vergleich über den Quadratmeterpreis führt in die Irre. Zwei Schränke mit gleicher Frontfläche können sich um mehrere Arbeitsstunden unterscheiden, wenn ihre Untergründe verschieden sind. Und schliesslich kann ein sehr niedriger Stundenansatz teuer werden, wenn er auf einer lange offenen Offerte ohne präzises Aufmass basiert. Ein Aufmass ist keine Zusatzleistung, sondern die Grundlage, auf der jede Zahl steht.

Selbst planen, Konfigurator oder Atelier: was zu Ihrem Fall passt

Sie stehen vor drei Wegen, und keiner ist für jeden richtig. Ein Konfigurator liefert die Frontmasse, die Sie eingeben, und passt zu Räumen mit geraden Wänden und einer Wandlänge, die sich in eine Standardmasse einteilen lässt. Ein Tischlerbetrieb mit eigenem Aufmass liefert die Ausführung, die zur tatsächlichen Wand passt und später nachgestellt werden kann.

Das Signal, das die Entscheidung wirklich klärt, ist der Zustand Ihrer Wand. Messen Sie an mehreren Stellen zwischen Boden und Decke. Eine Abweichung von wenigen Zentimetern über sechs Meter Wand erschwert jede Sonderanpassung und spricht für ein Aufmass vor Ort. Läuft eine Wand dagegen gerade und rechtwinklig, kann ein Konfigurator ausreichen, und der Preisunterschied liegt in der Materialwahl, nicht in der Passform.

Für Räume, in denen Sie länger bleiben, ist eine Ausführung mit Aufmass in der Regel die günstigere Wahl über die Jahre, weil Nachstellungen und Ersatzteile über die Werkstatt laufen, die den Schrank gebaut hat. Für Räume, die Sie absehbar verlassen, kann der günstigere Weg ausreichen.

Egal welcher Weg, die gleiche Reihenfolge gilt immer: erst messen, dann vergleichen. Ohne Aufmass vergleichen Sie drei Offerten, die drei verschiedene Umfänge beschreiben.

Über Schreinerei Baseland

Unser Atelier fertigt Möbel, Küchen und Garderobenschränke nach Mass für Kunden in Basel und in der ganzen Deutschschweiz, mit Präzision und erstklassigen Materialien. Zur Kundenliste gehört Basel, aber auch Zürich, Bern, Aarau und Luzern, wo wir auf Mass arbeiten. Wie ein Projekt bei uns abläuft, von der ersten Anfrage bis zur Übergabe, finden Sie auf unserer Übersicht der Schreinerarbeiten.

Der Ablauf bei uns beginnt nicht mit einem Katalog, sondern mit einem Gespräch: Wir beraten Sie persönlich in Basel und realisieren Möbel, Küchen und mehr in der ganzen Deutschschweiz. Das Aufmass gehört bei uns zum Planungsprozess und nicht in eine Extrapostion, weil wir zuerst wissen müssen, wie der Untergrund aussieht, bevor wir zu Material und Aufteilung kommen.

Für wen die Beratung nicht der richtige erste Schritt ist: Ein Einbauschrank in Standardmass, eine reine Ersatzbestellung von Fronten oder eine Ausstattung, die Sie bereits konfiguriert haben, lässt sich ohne Aufmass-Termin klären. Und wer nur einen einzelnen, kurzen Einsatz braucht, etwa den Ersatz einer beschädigten Front, kommt auch telefonisch weiter, ohne eine Planung aufzusetzen. Für alle anderen: Kontakt aufnehmen, per E-Mail an info@schreinereibaseland.ch, telefonisch unter +41 77 985 58 92, oder direkt in unserem Atelier an der Elsasserstrasse 254 in Basel.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Einbauschrank vom Schreiner pro Laufmeter?

Eine Zahl pro Laufmeter lässt sich nicht seriös nennen, weil Länge, Untergrund und Ausstattung drei verschiedene Preise ergeben. Rechnen Sie stattdessen mit Arbeitsstunden: Schweizer Schreinereien verrechnen 80 bis 150 CHF pro Stunde local.ch. Ein sechs Meter langer Schrank mit raumhohen Fronten liegt damit im mehrstelligen Stundenbereich, ein kurzer Schrank mit einer Tür in einem Bruchteil davon.

Was kostet eine Einbauküche vom Schreiner, wenn der Einbau mitgerechnet wird?

Für den Schreineranteil einer kompletten Küche liegt der übliche Rahmen bei CHF 15'000 bis 50'000 BEST OFFERTEN. Der Einbau ist in dieser Zahl enthalten, die Geräte nicht. Ob ein Backofen, ein Kochfeld oder eine Abzugshaube dazukommen, entscheidet darüber, wo in dieser Spanne Sie landen, und diese Geräte werden separat eingerechnet.

Wie lange dauert es, bis ein Einbauschrank montiert ist?

Ein raumhoher Einbauschrank braucht in der Regel 4 bis 10 Wochen zwischen Aufmass und Montage local.ch. Die untere Grenze gilt für gerade Wände und Standardmaterial, die obere für gewachsene Räume, Lackierarbeiten und Anpassungen, die erst beim Einbau sichtbar werden. Planen Sie Puffer, wenn Sie einen fixen Termin haben.

Kann ich einen Einbauschrank selbst planen, um Kosten zu sparen?

Selbst planen spart die Planungsstunden, kostet aber die Passform, wenn die Wand nicht gerade ist. Ohne Aufmass fehlt die Zahl, auf der Korpus und Fronten aufbauen. Für gerade Wände und Standardmasse kann das aufgehen. Sobald Nischen, Rohre oder ungleiche Ecken vorkommen, wird die Anpassung vor Ort bezahlt, und dieser Betrag ist vorab nicht planbar.

Warum weicht die Offerte von ersten Schätzungen ab?

Erste Schätzungen stützen sich auf Raummasse und Ihre Beschreibung. Die Offerte stützt sich auf das Aufmass und die gewählten Materialien. Dazwischen liegen Untergrund, Anschlüsse und die Ausstattung, die Sie im Gespräch ergänzen. Eine Offerte ohne Aufmass bleibt eine Schätzung, auch wenn sie als Festpreis daherkommt.

Quellen

  1. Offrendo.ch
  2. Lohnklar / Bundesamt für Statistik

Quellen geprüft am 13. Oktober 2026.

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