Was kosten Einbauschränke: die Zahl steht erst nach dem Aufmass
Wer einen Einbauschrank kauft, kauft keinen Schrank, sondern eine Anpassung an eine Wand, eine Nische und einen Boden, die es so kein zweites Mal gibt.

Ein Einbauschrank nach Mass kostet nach aktuellen Marktübersichten grob 600 bis 1.500 Euro pro laufendem Meter, und in der Schweiz liegt der marktübliche Stundensatz für Schreinerarbeiten bei CHF 90 bis CHF 140. Diese Spannen beantworten die Frage nur halb, weil sie das Aufmass überspringen. Wer einen Einbauschrank kauft, kauft keinen Schrank, sondern eine Anpassung an eine Wand, eine Nische und einen Boden, die es so kein zweites Mal gibt.
Wie sich der Preis eines Einbauschranks zusammensetzt
Ein Einbauschrank ist kein Möbelstück, das man aus dem Regal zieht. Er besteht aus Korpus, Fronten, Auszügen, Griffen oder Griffmulden, Rückwand und Sockel, und jeder dieser Teile reagiert auf den Raum, in dem er sitzt. Ein Korpus aus Spanplatte mit Melaminbeschichtung verhält sich anders als einer aus Massivholz, und eine Front mit Lackoberfläche kostet in der Fertigung mehr Zeit als eine furnierte.
Die Bestandteile, die den Preis tragen:
- Korpus und Innenausbau: Materialstärke, Fachaufteilung, Schubladen mit Laufschienen.
- Fronten: Oberfläche, Format, Anzahl der Türen, Schiebe- oder Türsystem.
- Anschlüsse: Sockelleisten, Wandabschlüsse, Ausschnitte für Steckdosen, Heizungen, Licht.
- Montage: Transport, Aufbau, Justierung, Entsorgung der Verpackung.
Der Stundensatz ist dabei die Grösse, die am häufigsten unterschlagen wird. Offrendo.ch gibt für Schreiner in der Schweiz einen marktüblichen Stundensatz von CHF 90 bis CHF 140 pro Stunde an. Wer diesen Satz nicht in seine Rechnung einträgt, plant nicht den Preis, sondern nur das Material.
Warum die laufende Meterzahl die Kosten falsch abbildet
Laufende Meter messen Breite, aber nicht Aufwand. Zwei Schränke mit exakt gleicher Breite können unterschiedlich viel kosten, wenn der eine zwischen zwei glatten Wänden steht und der andere eine Dachschräge, einen Heizkörper und eine Steckdose umbauen muss. Der Aufwand wächst an den Rändern, nicht in der Mitte.
Ein zweiter Faktor ist die Raumhöhe. Ein Schrank bis zur Decke braucht eine andere Konstruktion als einer, der bei 2,20 Metern endet, und die oberen Fächer sind bei voller Höhe schwerer erreichbar, was wiederum die Aufteilung beeinflusst.
Dazu kommt die Frage, ob die Rückseite sichtbar bleibt oder gegen eine Wand läuft. Eine sichtbare Rückseite ist eine zusätzliche Fläche mit Oberflächenbehandlung. Sie erscheint in keiner Meterangabe und in keinem Quadratmeterpreis, den man im Netz findet.
So gehen wir beim Aufmass vor
Der Aufmass entscheidet, welche Zahl am Ende steht, deshalb ist er der erste Termin und nicht der letzte. Wer die Reihenfolge umdreht und zuerst einen Preis nennt, nennt ihn ins Blaue.
- Wir messen die Wand über die volle Länge und in mehreren Höhen, weil Wände selten gerade sind und der Unterschied über drei Meter mehrere Zentimeter betragen kann.
- Wir prüfen Nischen, Schrägen, Heizkörper, Steckdosen und Lichtanschlüsse und notieren, was verdeckt oder ausgespart werden muss.
- Wir klären mit Ihnen die Nutzung: Kleider, Schuhe, Wäsche, Bücher, Technik oder Vorräte, denn die Nutzung bestimmt Fachaufteilung und Auszüge.
- Wir legen Material und Fronten fest und besprechen, welche Oberfläche zum Raum und zur Beanspruchung passt.
- Auf dieser Grundlage entsteht die Fertigung im eigenen Atelier und danach die Montage vor Ort.
Jeder Schritt liefert die Grundlage für den nächsten. Ohne Messung keine Materialmenge, ohne Nutzung keine Aufteilung, ohne beides keine belastbare Zahl.
Wo die Kalkulation kippt
Fehler bei der Tiefe. Ein Schrank mit 60 Zentimetern Tiefe passt in ein Schlafzimmer, aber nicht in einen Flur, in dem die Tür noch aufgehen muss. Wer die Tiefe zu knapp wählt, verliert Kleiderbügel, die quer hängen. Wer sie zu grosszügig wählt, verliert den Durchgang.
Fachaufteilung nach Gefühl. Fächer mit gleichem Abstand sehen im Plan ordentlich aus und passen im Alltag zu nichts. Die Aufteilung folgt der Nutzung, nicht der Optik.
Oberflächen ohne Blick auf die Beanspruchung. Ein Schrank im Eingangsbereich sieht anderen Stössen aus als einer im Gästezimmer. Die Oberfläche sollte dazu passen, nicht nur zum Muster.
Anschlüsse vergessen. Steckdosen, Licht und Heizungen werden im Aufmass erfasst, nicht in der Montage improvisiert. Wer sie später ausschneidet, zahlt zweimal.
Montage unterschätzt. Ein grosser Schrank wird vor Ort zusammengesetzt, ausgerichtet und justiert. Das braucht Zeit und Zugang, und beides gehört in die Planung.
Was die Preisspannen wirklich hergeben
Die veröffentlichten Zahlen beantworten die Frage nur grob. Ein aktueller Marktüberblick gibt einen Einbauschrank nach Mass mit etwa 600 bis 1.500 Euro pro laufendem Meter an. Weitere Übersichten nennen für individuelle Einbauschränke grob 600 bis 1.500 Euro pro laufendem Meter und beginnen bei kleinen Massanfertigungen ungefähr ab 800 Euro. Ein weiterer Ratgeber bestätigt die Spanne mit etwa 600 bis 1.500 € pro laufendem Meter.
Was diese Zahlen nicht sind, sagt eine der Quellen selbst: die Preise sind grobe Budgetorientierungen, keine erhobenen Durchschnittspreise und keine verbindlichen Angebote. Wer mit einer Spanne plant, plant eine Grössenordnung. Wer eine Zahl für seine Wand braucht, braucht das Aufmass.
Über Schreinerei Baseland
Wir beraten Sie persönlich in Basel und realisieren Möbel, Küchen und mehr in der ganzen Deutschschweiz. Unser Atelier fertigt exklusive Möbel, Küchen und Garderobenschränke nach Mass, mit Präzision, Leidenschaft und erstklassigen Materialien. Von der massgeschneiderten Holztür über individuelle Einbauküchen bis hin zu eleganten Dressing-Rooms ist jede Realisierung ein Unikat, das auf Ihre Wünsche und Räume abgestimmt ist.
Für anspruchsvolle Kunden in der ganzen Deutschschweiz, in Basel, Zürich, Bern, Delémont, Aarau und Luzern, beginnt jedes Projekt mit dem Aufmass vor Ort. Erst dort entsteht die Grundlage für eine Zahl, die hält.
Ein Einbauschrank nach Mass lohnt sich dort, wo Nischen, Dachschrägen oder bestehende Anschlüsse keine Standardlösung zulassen. Steht eine glatte Wand ohne Besonderheiten zur Verfügung, ist eine Konfigurator-Lösung mit Standardmassen oft ausreichend, und wir sagen Ihnen das offen. Wo der Raum Sonderlösungen verlangt, entscheidet die Werkstatt.
Sie erreichen uns telefonisch unter +41 77 985 58 92 oder per E-Mail an info@schreinereibaseland.ch, dazu unsere Kontaktseite für unsere Kontaktseite. Die Adresse lautet Elsasserstrasse 254, 4056 Basel.
Weiterführende Artikel
- Kosten einer Einbauküche: Warum das Aufmass den Preis bestimmt
- Einbauküche Kosten mit Einbau: Warum der Montagepreis erst ab Aufmass stimmt
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Einbauschrank pro laufendem Meter?
Marktübersichten nennen für Einbauschränke nach Mass grob 600 bis 1.500 Euro pro laufendem Meter.[2] Diese Spanne umfasst sehr unterschiedliche Ausführungen, von einfachen Korpuslösungen bis zu Schränken mit Auszügen, Sonderhöhen und durchgehender Oberflächenbehandlung. Sie ist als Budgetorientierung gedacht und nicht als Angebot. Für Ihre Wand ergibt sich die belastbare Zahl erst aus dem Aufmass vor Ort.
Warum kann mir niemand vorab einen Festpreis nennen?
Weil die Wand erst gemessen werden muss. Wandlänge, Höhe, Nischen, Heizkörper und Steckdosen bestimmen den Materialeinsatz und den Montageaufwand. Ohne diese Angaben wäre jeder genannte Preis geraten. Ein Betrieb, der vor dem Aufmass eine feste Zahl nennt, kalkuliert entweder mit Sicherheitszuschlag oder muss später nachverhandeln.
Lohnt sich ein Einbauschrank nach Mass gegenüber einer Standardlösung?
Das hängt vom Raum ab. Bei einer glatten Wand mit Standardmassen reicht oft eine Lösung aus dem Konfigurator. Sobald aber Dachschrägen, Nischen, Heizkörper oder ungewöhnliche Raumhöhen im Spiel sind, bleibt bei Standardmöbeln Lücke oder Stauraum ungenutzt. Massarbeit schliesst diese Flächen und wird dadurch wirtschaftlicher, als die reine Preisdifferenz vermuten lässt.
Was treibt den Preis am stärksten nach oben?
Sonderhöhen, aufwendige Oberflächen und der Innenausbau mit vielen Auszügen. Ein Schrank bis zur Decke braucht eine andere Konstruktion als ein niedriger, und jede zusätzliche Schublade bedeutet mehr Beschläge und mehr Fertigungszeit. Auch Anschlüsse an Heizung, Licht und Elektrik kosten Arbeitszeit, weil sie im Aufmass erfasst und passgenau ausgeführt werden müssen.
Wie läuft die Zusammenarbeit bei Schreinereibaseland ab?
Wir beraten Sie persönlich in Basel und realisieren Möbel, Küchen und mehr in der ganzen Deutschschweiz. Zuerst kommt der Termin vor Ort mit Aufmass und Nutzungsklärung, danach legen wir gemeinsam Material, Fronten und Aufteilung fest. Gefertigt wird im eigenen Atelier, anschliessend folgt die Montage bei Ihnen. Erreichbar sind wir unter +41 77 985 58 92 und info@schreinereibaseland.ch.
Quellen
- Offrendo.ch
- renovieren.net
Für individuell gefertigte Einbauschränke werden derzeit außerdem grobe Orientierungswerte von etwa 600 bis 1.500 Euro pro laufendem Meter genannt.
- bauenx.de
Preise richtig einordnen: Die Beträge in diesem Ratgeber sind grobe Budgetorientierungen, keine erhobenen Durchschnittspreise oder verbindlichen Angebote.
Quellen geprüft am 6. Oktober 2026.
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